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Koronar

 

Ausdauertraining für Herzpatienten
Die Koronarsportler treffen sich einmal in der Woche. Übungsleiter und Notarzt muss immer dabei sein.Übungsleiterin Ingrid Knöbel vom Turnverein St. Georgen hat die Gruppe gut im Griff. ,,Wir laufen auf den Zehenspitzen", oder ,,wir machen große Schritte", ruft sie in die Runde und bringt einige der 22 Anwesenden schon jetzt an ihre Grenzen. Doch genau darum geht es bei der Gruppe der herzkranken Sportler, die sich jeden Montagabend trifft.Zum Aufwärmen läuft die Gruppe einige Runden, dabei kann jeder sein eigenes Tempo bestimmen. Einige konzentrieren sich beim Aufwärmen völlig auf ihre Schritte oder ihren Atem, andere sind in kleinen Gruppen unterwegs und unterhalten sich.Dabei ist es kein Wunder, dass das Tempo der 22 Sportler ganz unterschiedlich ist. Schließlich beträgt der Altersunterschied zwischen der ältesten und jüngsten Teilnehmerin ganze 50 Jahre. Das älteste Mitglied ist 93 Jahre alt. Die jüngste Teilnehmerin, gerade einmal 43 Jahre alt, würde sich freuen, wenn sich der Altersdurchschnitt der Gruppe ein wenig senken würde. ,,Es gibt auch jüngere Menschen, die etwas mit dem Herzen haben. Ich fände es schön, wenn auch sie zur Gruppe dazukämen."Ausdauertraining ist fester Bestandteil des Koronarsports. Ingrid Knöbel lässt die Patienten zwei Minuten laufen, danach sollen sie ihren Puls messen. Auch hier ist das Tempo der Sportler sehr unterschiedlich. ,,Ausdauertraining ist wichtig", weiß die Übungsleiterin. ,,Hier bemerken die Sportler schnell, wo ihre Grenzen liegen." Auch Übungen am Sportgerät sind Bestandteil des Programms. Heute sind Holzstäbe an der Reihe. Übungsleiterin Ingrid Knöbel schnappt sich einen Stab und macht den Sportlern die Übungen vor. Den Stock über den Kopf halten und dabei den ganzen Körper anspannen, ist eine Übung, den Stab schwingen eine andere.Nicht weit von der Gruppe entfernt sitzt Wolfgang Bergmann und schaut sich alles genau an. ,,Ein Notarzt muss immer dabei sein, der sofort eingreifen kann, wenn etwas passiert", sagt er. Drei Mal im Monat begleite er die Gruppe beim Sport. Einmal im Monat vertritt ihn Allgemeinmediziner Oliver Freischlader. Auch ein Defibrillator müsse sich in greifbarer Nähe befinden.Zwei Jahre lang sollte jeder Herzkranke am Koronarsport teilnehmen, so lange bezahlt die Krankenkasse die Kosten. Viele machen nach den beiden Jahren trotzdem weiter. Sie sehen sich schon lange als Teil der Gruppe und haben Spaß am Sport.